1828 bis 1854

Nach der Errichtung des Theatergebäudes auf dem Schlossplatz bis zum Anschluss an das Rostocker Theater

1835
 
Güstrow schloss sich dem Theater in Rostock an. 1833 hatte sich dort eine Theatergesellschaft gebildet, die Stralsund, Greifswald und Güstrow im Sommer bis Herbst bespielte. Mt 10 Planwagen für das Personal und ebenso vielen Frachtwagen für das Inventar des Theaters erfolgte die Übersiedlung zu den Spielorten auf den schlechten Straßen.  

11.01.1838
Konzert mit Stadtkapelle und Gesangverein unter der Leitung des 19-jährigen Friedrich von Flotow. (1812-1883)

1839 
Abschluss eines festen, 14 Jahre dauernden Anschlusses des Güstrower Theaters an das Rostocker Stadt-Theater.

1839 
Aufführung der Opern "Norma"  von Bellini und "Der Maskenball" von Auber.

1839
Aufführung des Schauspiele "Emilia Galotti" von Lessing und "Jungfrau von Orleans" von Schiller. 

1839 - 1850 
In der Saison, die in Güstrow von Anfang April bis Ende Mai dauerte, gab es alljährlich 30 bis 40 Vorstellungen.

1840 
Aufführung der Opern "Der Postillion von Lonjumeau" von A. Adam und "Der Liebestrank" von Donizetti.

1840
Aufführung der Schauspiele "Kätchen von Heilbronn" von Kleist, "Maria Stuart" von Schiller und "Das Leben ein Traum" von Calderon.

1941 
Aufführung der Opern "Zampa" von Herold, "Die Regimentstochter" von Donizetti, und die "Nachtwandlerin" von Bellini.

1842
Aufführung des Schauspiels "Der widerspänstigen Zähmung" von Shakespeare.

01.03.1843
Der reisende "Mechanikus" Friedrich Müller veranstaltet ein "Malerisch-mechanisch belebtes Weltheater". In 9 Veranstaltungen zeigte er bewegte Lichtbilder mit einer Laterna magica.(Ein Vorläufer des Kinos)

1844
Aufführung der Oper "Belisar" von Donizetti.
1844
 Ludwig Gabillon (1825-1896), gebürtiger Güstrower, betritt die Bühne. Sein steiler Aufstieg führt ihn bis ans Wiener Burgtheater.

18.05.1844
Großes Instrumental- und Vokal- Morgenkonzert mit der Großherzoglichen Kapelle aus Schwerin und des Rostocker Stadt-Orchesters. Zur Aufführung kamen die Ouvertüren zu "Oberon"von Weber und zu "Wilhelm Tell" von Rossini, Beethovens 5. Symphonie und verschiedene Opernausschnitte von Weber, Bellini und anderen.

1845 
Aufführung der ersten Oper von Friedrich von Flotow "Alessandrow Stratella" unter der Leitung des Komponisten.

Die Rostocker Theaterdirektoren waren:
bis 
1845 Karl-Friedrich Bethmann,
       1846 Christian Boye,
       1849 Carl Krämer,
       1851 Carl Leo.

1846 Aufführung des Schauspiels "Wilhelm Tell" von Schiller.

1847
Aufführung des Schauspiels "Hamlet" von Shakespeare. 
1847
Aufführung der Opern "Der schwarze Domino" von Auber und "Lukrezia Borgia" von Donizetti.
1847
Aufführung des Schauspiels "Don Carlos" von Schiller.
1847
Aufführung des Schauspiels "Kaufmann von Venedig" Shakespeare. 
1847 
Aufführung des Schauspiels "Der Graf von Monte Christo" Dumas.

1848
Aufführung des Schauspiels "Graf Waldemar" von Gustav Freytag.

1848/1849
Bürgerliche demokratische Revolution. In Mecklenburg entstanden sogenannte Reformvereine. Güstrow wurde ihr Versammlungsort und Mittelpunkt.
Am 02. und 17.04.1848
waren die Deputierten aller mecklenburgischen Reformvereine im Schauspielhaus versammelt. Zu ihnen gehörten Fritz Reuter als Vertreter Stavenhagens und John Brinckman als Abgeordneter des Goldberger Reformvereins.
Am 20. und 21.07.1848
wurden unter dem Vorsitz des Rostockers Moritz Wickers die Forderungen mecklenburgischer Reformvereine nach Volks- und Staatseinheit Deutschlands, gleicher politischer     Berechtigung aller Staatsbürger, Aufhebung aller Feudal- und Adelsrechte, Schutz der persönlichen Freiheit, der Volkeswille als das Gesetz des Staates, beschlossen. In Schwerin wurde bereits über eine neue Verfassung beraten. 

1849/1850
Die Reaktion unterband die demokratischen Forderungen. Mit dem Sieg des Feudalismus verbreitete sich eine politische Friedhofsruhe über ganz Deutschland.
Das Theater konnte durch den Symbolwert älterer Werke auf die freiheitlichen Bestrebungen einwirken - z. B. durch die Wiederaufführung von Schillers "Don Carlos" mit den Forderungen nach Gedankenfreiheit oder "Wilhelm Tell" mit dem Freiheitskampf des Schweizer Volkes.

1849
Aufführung des Schauspiels "Emilia Galotti" von Lessing. 
1849
 Aufführung des Schauspiels "Maria Magdalena" von F. Hebbel

1850
Die Theaterfamilie Brede eröffnete ein Sommertheater, ein sogenanntes Tvolitheater im
Benderothschen Garten vor dem Gleviner Tor, dem späteren Lindengarten. Die Güstrower Zeitung lobte den Musentempel, der einen angenehmen Aufenthalt im Sommer bot, bei dem klappernde Bierseidel und Zigarrenrauch nicht störten, da sie dem Ganzen einen "volkstümlichen Anstrich" verliehen.  

1851
Aufführung des Schauspiels "Don Carlos" von Schiller.
1851
 
Schauspielerin Frl. Würzburg spielte in ihrer Vaterstadt Güstrow 3 Szenen aus Faust. (Zeitungsmeldung Güstrower Anzeiger)  

1852  
Gewerbeausstellung im Schauspielhaus.
1852 
Aufführung der Oper „Indra“ von F. v. Flotow; 1. öffentliche Aufführung in Mecklenburg. (Zeitungsmeldung Güsrower Anzeiger).

1853 
Aufführung des Schauspiels "Kaufmann von Venedig"Shakespeare.
1853
"Onkel Toms Hütte" von H. Beecher-Stowe

22.05.1853
Erste und vollständige Aufführung des 1. Teils von Goethes "Faust" war die größte Leistung des Schauspiels in Güstrow.