1931 - 1945

Das Theater in der Zeit des Nationalsozialismus

1931 Durch private Initiative fand man eine Notlösung mit Bildung der „Theatergemeinschaft Güstrow“ die 500 Mark für eine Vorstellung im Monat aufzubringen.
Gespielt wurde im Hotel „Erbgroßherzog“, dessen Besitzer den 700 Personen fassenden Saal kostenlos zur Verfügung stellte.  

1933 erfolgte die Gründung der "Niederdeutschen Bühne" in Güstrow durch Hans Detlef Jessen. Einige Mitglieder der früheren „Volks- und Heimatspiele“ machten wieder mit, wie Otto Behrens, neue kamen hinzu z. B. Elli Jessen-Somann, Hugo Steller, Ernst Moldt und andere.
Zur Aufführung kamen “Kamer Krey“ von Boßdorf, „De Swienskomödie“ und „Wenn de Hahn kreiht“ von A. Hinrichs.
Im Sommer 1933 wurde der  Niederdeutschen Bühne sogar die Verwaltung des Güstrower Theaters übertragen, das zwei Jahre lang unbenutzt geblieben war.
Mit eigener Kraft wurde renoviert, ein sich teilender Vorhang wurde eingebaut und die Beleuchtungsanlage verbessert. Das Gebäude erhielt einen kleinen Eingangs- und Kassenvorraum.

1938 Im Herbst wurde als viertes Theater nach Schwerin, Rostock und Neustrelitz
eine „Mecklenburgische Landesbühne“ mit Sitz in Güstrow gebildet.
Die  Wanderbühne erhielt die Aufgabe, alle theaterlosen Kleinstädte und größere Dörfer Mecklenburgs zu bespielen. Die Landesbühne verfügte über 17 künstlerische und 12 technische Mitglieder. Die Verwaltung bestand aus drei Angestellten.
In Güstrow selbst wurden 4 oder 5 mal im Monat gespielt. Außerdem mussten 100 weitere Orte bespielt werden. Intendant war: Paul Schulz-Wernburg.
In den 6 Jahren ihres Bestehens hat sich die „Mecklenburgische Landesbühne“ durch einige gute Klassikeraufführungen um ein künstlerisches Niveau bemüht.
Mit Beginn des Krieges (1939) wurde die Landesbühne auch Soldatentheater zur Betreuung von Einheiten der Nazi-Wehmacht.

19.02.1942 Konzertabend, auf dem die die Pianistin Elly Ney, die große Beethovens Interpretin, Beethovens letzte Klaviersonate, Opus 111 in C-Moll, spielte.

01.09.1944 Schließung des Theaters im Rahmen der Maßnahme zur totalen Kriegsführung. Das war das Ende von Theater und Musik auch in Güstrow.