15.11 Über den verschollenen Güstrower Silberschatz

Vor einigen Jahren wurden mein 2016 verstorbener Freund Gernot Moeller und ich bei der Sichtung verschiedener Mikrofilme im Güstrower Stadtarchiv durch eine Notiz auf einen Silberschatz von Güstrow aufmerksam. In der Mecklenburgischen Tageszeitung vom 18.07.1928 wurde darüber geschrieben. Wir kopierten den Text in der Absicht, später einmal mehr über den Schatz in Erfahrung zu bringen, von dem zuvor weder gehört oder gelesen hatten. Wie dem Text zu entnehmen ist, war die Existenz dieses Schatzes auch der Allgemeinheit um 1928 nicht bekannt. Da wir uns mit dem Sachverhalt nicht sogleich beschäftigen konnten und auch die Kopie verlegt hatten, geriet diese Mitteilung und Details des Inhalts irgendwann auch bei uns wieder in Vergessenheit. Nun, im Frühjahr 2016 fiel uns der Artikel wieder in die Finger und wir wollen ihn hier nun mit der Absicht veröffentlichen, Leser zu finden, die irgendetwas über den Silberschatz von Güstrow wissen und / oder etwas über dessen Verbleib berichten können. Zeitungsartikel aus der MTZ vom 18. 07.1928 82 über den Güstrower Silberschatz (Ergänzungen durch die Autoren in [… ]) Der Güstrower Silberschatz, der von dem Sohn des Dichters John Brinckman, Kommerzienrat Maximilian,[genannt Max] Brinckman, vor etwa 20 Jahren [vermutlich 1908 anlässlich der Einweihung Brinkman-Brunnen-Denkmals] gestiftet wurde und im Besitze des Rates, dem Andenken an John Brinckman gewidmet ist, hat durch eine Stiftung des Enkels John Brinckmans [hierbei muss es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um den Sohn des Stifters, Max-John Brinckman, geb. 07.12. 1917, gest. ...... handeln] eine bemerkenswerte Vermehrung erfahren. Der in Hamburg lebende Sohn des 1927 verstorbenen Kommerzienrates Brinckman, der schwedischer Vizekonsul Brinckman, hat einen silbernen Becher gestiftet, der, dem Brauch zufolge, dem besonderem Andenken eines verdienstvollen Sohnes der Stadt geweiht ist: Ihn schmückt das Bildnis des Musikdirektors Schondorf, der in Güstrow für die Förderung und Entfaltung der Tonkunst außergewöhnlich tätig war. - Die übrigen Teile des Silberschatzes , die wahrscheinlich in ihren Einzelheiten der Allgemeinheit nicht bekannt sein werden, seien im folgenden aufgezählt: Eine Silberplatte, in je zwei Ecken das mecklenburgische und das Stadtwappen, an den 4 Seiten Abbildungen von Rathaus, Gerichtsgebäude, "altem Haus" (Brauerei Frederik Hansen), Schloß; eine Kanne: der einen Seite Ansicht von "Güstrow Anno 1665", auf der anderen Seite Ansicht von "Güstrow Anno 1905", auf dem Deckel das Stadtwappen; auf den 12 Bechern: je ein Bildnis mit Inschrift "Herzog Ulrich, geb. 5. März 1527, gest. 14. März 1603", "Großherzog Friedrich Franz I., von Mecklenburg, geb. 10 Dezember 1756, gest.1. Februar 1837", "Großherzog Friedrich Franz II., geb. 28. Februar 1823, gest. 15. April 1883", Fürst Blücher, Feldmarschall, geb.16 Dezember 1742, gest 12. September 1819", "Graf Moltke, Feldmarschall geb. 15. November 1800, gest. 24. April 1802", "von Thünen Tellow, geb. 24. Juni 1783, gest. 22. September 1850", "Fritz Reuter, geb. 17. Dezember 1810, gest.12. Juli 1874", "John Brinckman, geb. 3. Juli 1814, gest. 20. September 1870", "Medizinalrat Dr. A. Vogel, geb. 26. September 1825, gest. 24. März1886, "Bürgermeister Peter Tornow, amt. 1689 -1709", "Bürgermeister Carl Siebeth, geb.18. Oktober 1756, gest. 3 Dezember 1823", "Bürgermeister Heinrich Tschierpe, amt. 1823-1830"; auf den später angefertigten Bechern befinden sich folgende Inschriften: "Schuldirektor Heinrich Seeger, geb. 10. April 1825, gest. 29. Mai 1902", "Bürgermeister Otto Dahse, geb.30. September 1830, gest. 13. Juli 1921", "Bürgermeister Phil. Süsserott, geb. 9. Juli 1839, gest. 11. August 1913", "Kommerzienrat Max Brinckman, geb. 18. Dezember 1846, gest. 22. Mai 1827". Bei der 700-Jahr-Feier der Stadt Güstrow wird der Silberschatz hervorgeholt und festlichem Trunk verwendet werden. [Ende des Zeitungsartikels]

Insgesamt bestand der Silberschatz von Güstrow 1928 aus:
1-Tablett,
1-Kanne,
17-Becher,
sein Verbleib ist unbekannt.

Möglich ist, dass er bei Kriegsende um 1945 verloren gegangen ist.

Alle, die jemals etwas von diesem Silberschatz gehört oder gelesen haben, mögen sich bei Dieter Kölpien melden. (03843 332525 oder über die Email-Kontaktadresse stadtgeschichte-guestrow@gmx.de)