4.6 Über weitere bedeutende Personen Güstrows                                (alphabetisch geordnet)

Den zuvor benannten Persönlichkeiten, die vielen bekannt sein werden, möchten wir hier die Namen von weiteren Güstrowern und zeitweise mit Güstrow verbundenen Personen hinzufügen, deren Wirken in unserer Stadt jeweils Spuren hinterlassen hat, die oft nur in kleineren Kreisen bekannt sind. 


Alban, Ernst ( 1791 -1856)

Ernst Alban – Wikipedia

Ernst Alban kommt 1839 von Klein Wehnendorf nach Güstrow und baut hier in der Güstrower Eisengießerei und Maschinenbauanstalt von Anderssen, der von dem Tüftler Buddig unterstützt wurde, eine Hochdruckdampfmaschine für eine Tuchfabrik in Plau am See, die später einen würdigen Platz im Deutschen Museum in München fand. 1845 baute er den Raddampfer "Alban", dies war das erste Dampfschiff auf mecklenburgischen Gewässern. Un Nach dem Tod von Anderssen will Buddig die Fabrik 1847 kaufen. Das Vorhaben scheitert jedoch an den Geldforderungen der Erben. Witwe Anderssen bittet nun ihren in London lebenden Bruder, den Künstler Heinrich Kaehler, die Fabrik zu übernehmen. Er kommt 1847 mit Frau und Kindern nach Güstrow. 1917 vereinigt Richard van Tongel die "alte" und "neue" Fabrik und mach ein leistungsfähiges Stahlwerk daraus.  


Böhmer, Margarethe Charlotte Henriette, geb. Graeber (1887 - 1969)

Marga Böhmer – Wikipedia

Marga Böhmer, zunächst seit 1917 verheiratet mit Bernhard A. Böhmer, seit 1924 ist das Ehepaar Böhmer mit Barlach befreundet, 1927 wird die Ehe Böhmer geschieden. Ab 1927 lebt Barlach zusammen mit den Böhmers in deren Eigenheim am Inselsee (Heidberg). Er blieb dort auch gemeinsam mit Marga Böhmer wohnen, nachdem 1931 das Barlach-Atelierhaus fertiggestellt worden war. in die zugehörige Wohnung des Atelierhauses zieht Bernhard A. Böhmer mit seiner 2. Ehefrau Hella, geb. Otte, ein. Im Zusammenhang mit Barlach wird Marga Böhmer zumeist noch immer nur als die Lebensgefährtin Ernst Barlachs erwähnt und ihre eigenen künstlerische Leistungen finden nur selten die gebührende Beachtung. Die fleißige, bildhauerisch ausgebildete Partnerin Barlachs war an vielen Werken des großen Meisters mit Vorarbeiten beteiligt und hat sich durch ihren freiwilligen Verzicht auf eigenes umfängliches bildhauerisches Wirken vollständig und selbstlos in den Dienst des Künstlers Barlach gestellt. Letztendlich hat ihre engagierte Hilfe und Hingabe für Barlachs Kunst in der Zeit der nationalsozialistischen Verfemungen es ermöglicht, dass Barlach weitestgehend ungestört seinen künstlerischen Eingebungen nachgehen konnte. Ihre Bemühungen, die Werke Barlachs zu erhalten und zu schützen und ihnen den von Barlach so sehr gewünschten sakralen Rahmen zu geben, sind ein über den Tod hinaus wirkendes Bekenntnis der großen Liebe und Verehrung dieser Frau für den Partner und Künstler Barlach.

Die Güstrower Schriftstellerin Ditte Clements hat in ihrem Buch über Marga Böhmer die Bedeutung der Beziehung zwischen Barlach und seiner Lebensgefährtin Marga Böhmer in ergreifender Weise beschrieben und ihr dadurch ein literarisches Denkmal gesetzt. Eine weitergehende Würdigung ihrer Verdienste um Barlachs Gesamtwerk, das nach den Veröffentlichungen des Briefwechsels zwischen Barlach und ihr offenkundig ist, blieb ihr bisher versagt. Eine bewegende Wertschätzung der Persönlichkeit Marga Böhmer erfolgte durch Bärbel Kowalewski mit ihrem Beitrag -Die Frau an Barlachs Seite- im Güstrower Jahrbuch 2017. Es gibt Menschen in unserer Stadt, die bedauern, dass Margarethe Böhmer bisher keine bedeutende öffentliche Anerkennung und damit einer gebührenden Würdigung ihres Anteils am Schaffen Ernst Barlach durch die Barlachstadt Güstrow erfuhr. Die Benennung des Platzes vor der Gertruden-Kapelle als Marga Böhmer Platz wäre eine denkbare Maßnahme. 


Böhmer, Bernhard Aloysius (1892 -1945)

Bernhard A. Böhmer – Wikipediap. 

Bernhard A. Böhmer war seit 1924 mit Barlach freundschaftlich verbunden. Auch die persönlichen z familiären Verhältnisse hatten indarauf keine Auswirkungen. Nach dem Tod Cassierers wurden die Beziehungen zueinander noch enger. Bernhard A. Böhmer war Assistent, Sekretär und engster Freund Barlachs und übernahm auch den Kunsthandel mit Barlachs Werken. In der Zeit der Verfemung expressionistischer Kunst als "entartete Kunst" durch die Nazis, hatten diese eigens zum Zwecke der 1937 in deutschen Museen erfolgten als "entartete Kunst" eingestuften Werke eine Kommission bestimmt und die über deren Verwertbarkeit bzw. Unverwertbarkeit entschied. Diese Kommission arbeitete mit vier Kunsthändlern zusammen. Neben Bernhard A. Böhmer aus Güstrow, waren dies Ferdinand Möller und Karl Buchholz aus Berlin und Hildebrand Gurlitt aus Hamburg. Diese Kunsthändler hatten den Auftrag, für "entartetet Kunst" Devisen in das Land zu holen. Nachweisbar war Böhmer an Tauschgeschäften mit >>entarteter<< Kunst" beteiligt und hat solche auch selbst erworben. Dies war von den Nazis nicht gewollt. Über die zwiespältige Person Bernhard A. Böhmer wurde durch Frau Meike Hoffmann von der Humboldt Universität Berlin geforscht. Die Ergebnisse sind unter dem Titel "EIN HÄNDLER >>ENTARTETER<< KUNST Bernhard A. Böhmer und sein Nachlass", beim Akademie Verlag Berlin 2010, Band III der Schriftenreihe "Entartetet Kunst", der Initiative der Ferdinand Möller-Stiftung, Berlin, durch den Akademie Verlag von Meike Hoffmann herausgegeben.

 

Es kann mit Sicherheit nach den im Jahre 2016 bei Bauarbeiten in Güstrow entdeckten Schriftstücken eine Ergänzung dieser wissenschaftlichen Arbeiten durch die Herausgeberin erwartet werden.


Eggert, Martin (1883-1978)

https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Eggert

Nach der Beendigung der Realschule in Wismar erlernte Martin Eggert den Beruf eines Maurers. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Eggert. 


Eilmann, Inger (1885-1967)

Inger Eilmann wurde 1885 in Kopenhagen geboren und ist 1967 in Güstrow verstorben. Texte von der Leiterin des Güstrower Stadtmuseums über das Leben und das Werk der Malerin finden Interessenten im Güstrower Stadtanzeiger, 16. Jahrgang, Heft 7, Ausgabe Juli /August 2006, Seite 11 einen kurzen Hinweis und im Güstrower Jahrbuch 2008 Seite 156 einen Text von der Leiterin des Güstrower Stadtmuseums Frau Iris Brütgam. (http://www.guestrow.de/fileadmin/downloads/stadtanzeiger/2006/GS-JuliAugust-2006.pdf). 


Figurski, Max (1910-1982)

Max Figurski, Holzbildhauer und Kunsthandwerker wurde in einem kleinen Städtchen in der Nähe von Bromberg (Bydgoszcz') geboren und wuchs in Berlin auf. 1924 zog die Familie wieder in die ursprüngliche Heimat zurück. F. wurde zum Orchestermusiker ausgebildet und erhielt dort auch seine Ausbildung zum Holzbildhauer. Das Leben des Max Figurski verlief sehr bewegt. Er wurde als Deutscher in die polnische Armee eingezogen, verlor fast vollständig sein Gehör nach einer Detonation, geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft, wurde Dolmetscher und konnte schließlich zwischen 1941 und 1945 wieder in seinem Beruf als Holzbildhauer arbeiten. Infolge des Kriegsendes vertrieb es die Familie nach Mecklenburg. Erst lebte sie in Hinzenhagen bei Krakow am See und später in der Güstrower Mühlenstraße. Max Figurski arbeitete über 50 Jahre in seinem Beruf, restaurierte und schuf umfangreich selbst neue Werke. So fertigte er in den Jahren 1973/75 die sechs neuen mannshohen Säulen (Hermen Pilaster) aus 400 Jahre altem Eichenholz für die Laterne der berühmten Wismarer Wasserkunst, die von Philipp Brandin zwischen 1580 bis 1602 auf dem Marktplatz errichtet wurde. Die künstlerische Leistung Max Figurskis wurde durch die Eintragung in das Ehrenbuch der Stadt Wismar gewürdigt. Für sein gesamtes holzkünstlerisches Wirken erhielt er den Titel "Anerkannter Kunsthandwerker" durch das Ministerium für Kultur der DDR. Er gestaltete Orgelemporen, fertigte Reliefs in Schiffskajüten, schnitzte Stadtwappen und Reliefs von Personen. Er fertigte zur Restaurierung die Guss-Vorlage für das Schwert des Stadtgründers am Borwin Brunnen in Güstrow. Eine hohe Wertschätzung für seine künstlerische Tätigkeit erfuhr Max Figurski durch die Aufhängung eines von ihm gestalteten und kunstvoll gerahmten Porträts-Reliefs des großen Bildhauers Barlach im Besitz Ernst-Barlach-Theater. Auf dem Rahmen des Bildes befindet sich eine kleine Messingtafel mit der Inschrift - Arbeit des Holzbildhauers Max Figurski nach dem Selbstbildnis Ernst Barlachs von 1928-. Das Holzbildwerk ist wahrscheinlich anlässlich der Neueröffnung des Theaters als Ernst-Barlach-Theater von der Stadtverwaltung für das Theater erworben worden. 


Fuchs, Erwin (1908-         )

Erwin Fuchs wurde 1908 in Stettin geboren und erhielt dort an der Kunstgewerbeschule eine Ausbildung. Erste Ausstellungen im Pommerschen Kunstbund und Stettiner Museumsverein. Von 1935 bis 1947 lebten er und seine Familie in Güstrow (Glasewitzer-Burg). Er war als Maler und Bildhauer tätig. Sein Atelier befand sich in der Schnoienstraße / Ecke Flethstaken. Erwin Fuchs entwickelte sich überwiegend autodidaktische auf verschiedensten Gebieten der Malerei und Grafik weiter. Ab 1947 war er in Schwerin tätig. Er führte baugebundene Arbeiten in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg aus. Die Nachkommen von Erwin Fuchs haben seinen künstlerischen Nachlass dem Museum der Stadt Güstrow, einschließlich eines Verzeichnisses der im Familienbesitz verbliebenen Werke des Künstlers, übergeben.


Gabillon, Johann Otto Ludwig (1825 - 1896) 

Ludwig Gabillon – Wikipedia

Ludwig Gabillon stammte aus einer nach Mecklenburg eingewanderten Hugenottenfamilie (Neu Strenz bei Güstrow). Sein Vater war der katholische Steuersekretär (Johann Otto) Ludwig Gabillon (1784–1847), seine Mutter die Hausfrau Dorothea Hentze oder Uentze.[3] Als Gymnasiast erlebte er in Güstrow eine Aufführung der Oper Die Stumme von Portici durch die Theatergesellschaft von Karl Friedrich Bethmann. Er war begeistert und mit Erlaubnis seiner Eltern schloss er sich dem Bethmann’schen Ensemble an und konnte bereits Ostern 1844 als „Indianer“ erfolgreich debütieren.

Dr. med. Eduard Krull (1843 -         )

 


Gernentz, Dr. Wilhelm (1890-1969)

Wilhelm Gernentz, in Güstrow geboren, besuchte die Domschule zu Güstrow, studierte in Göttingen, München, Berlin und Rostock Geschichte und Altphilologie, wurde Lehrer am Schweriner Gymnasium, dort auch Direktor, später ab 1950 Lehrer für Latein an der Oberschule in Güstrow. Hat in Güstrow zahlreiche historische Studien über die Stadt betrieben. 


Günther, Dr. Johannes (1896-1984)

geb. 19.04.1896 in Schneidemühl gest. 8.01.1984 in Güstrow (lebte ab 1943 in Güstrow, Mühlenstraße 1) Erzähler, Lyriker, Theater- und Literaturhistoriker Dr. Günthers Vorfahren stammen aus Bützow und Güstrow. Er studierte Philosophie und Theatergeschichte in Berlin und Greifswald. Promotion 12. August 1919, Universität Greifswald, Thema: Heinrich Theodor Rötscher als Theaterkritiker. Tätigkeit: freiberuflicher Journalist und Theaterkritiker.


Günther, Ludwig (1846 - 1910)

geb. in Güstrow, gest. in Güstrow kam als Techniker und Fabrikleiter weit herum und hielt sich dennoch, wenn irgendwie möglich in Güstrow auf. Neben seiner Erwerbstätigkeit beschäftigte er sich mit der Astronomie. Als Autodidakt konnte er ernstes Ansehen erwerben. In den letzten Jahren seines Lebens widmete er sich der Erforschung der Lebensart und Weisheiten von Johannes Kepler. Er machte die wissenschaftlichen Leistungen Kepplers einem größeren Kreis von Laien bekannt. 


Heilmann, Dr, Ernst (1866 - 1923) 

Der Chemiker Dr. Ernst Heilmann gründete 1894 mit seinem Teilhaber Dr. Hillringhaus in Güstrow, Ulrichplatz 14 ( hinter der ehem. Molkerei ) eine chemische Fabrik. Zunächst wurde nur Milchzucker und ab 1898 auch Borax hergestellt. Dr. Heilmann forschte intensiv auch auf pharmazeutischem Gebiet und brachte eine Vielzahl von Präparaten zur Produktionsreife. Hier einige Beispiele: Vakzine gegen Furunkulose, Strophanthin, ein Herzpräparat, Calrose, eine Invertzucker-Lösung zur künstlichen Ernährung durch Infusionen , Präparate gegen Krampfadern und Hämorrhoiden. Insbesondere das potenzsteigernde Mittel Yohimbin, das aus der Rinde des afrikanischen Yohimbehebaumes gewonnen wurde, fand reißenden Absatz. Später wurde in der Firma der wasserbeständige Casein-Kaltleim und ein Casein-Farbenbindemittel produziert. Der vielseitige Dr. Heilmann war auch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie tätig, besonders bei der Herstellung von Kunsthonig sowie Marzipan- und Backmassen. Im Jahr 1900 schied der Mitbegründer Dr. Hillringhaus aus der Firma aus. Dr. Heilmann führte bis zu seinem frühen Tod, er starb 1923 kurz nach Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft, seinen Betrieb mit Fleiß, Zielstrebigkeit und Umsicht. Durch den Laager Landbaumeister Paul Korff ließ er sich an der Plauer Chaussee (heute Standort der Gehörloseschule) die Villa Heilmann errichten.(1945 abgebrannt).


Jungebloedt, Heinrich (1894 -1976), Mosaizist

Heinrich Jungebloedts Verbindungen zu Güstrow bestehen in der Ausführung von mehreren Mosaiken in unserer Stadt und in unserer Region. - Großes Mosaik in der Güstrower Gehörlosenschule, ("Das Tor zum Leben", Entwurf Vera Kopetz, für dieses Werk erhielt V. Kopetz 1956 den Fritz Reuter Kunstpreis des Bezirkes Schwerin) - 2 Mosaiken an der Vorbühne des Ernst-Barlach-Theaters. (Entwürfe Vera Kopetz, Ausführung Fa. H. Jungebloedt) - 2 Mosaiken in der Schule Bernitt (Entwürfe Vera Kopetz, Ausführung Fa. H. Jungebloedt). - Brunnen in der heutigen Hochschule für öffentliche Verwaltung, Rechtspflege und Polizei. (Entwurf und Ausführung H. Jungebloedt und E. Jeske)

Heinrich Jungebloedt wurde 1894 in Witten an der Ruhr geboren 1901 - 1913 Schulbesuch in Essen. 1913 - 1914 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1914 - 1920 Musterung, Grundausbildung und Kriegsteilnahme und 5 Jahre französische Gefangenschaft. 1920 - 1923 Fortsetzung des Studiums "Wandmalerei" an der Essener Kunstschule (der später berühmten "Folkwanglerschule".) 1923 - 1945 Anstellung bei der weltberühmten Firma "Vereinigte Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff", nach einer Studienreise zu den klassischen antiken Mosaiken Italiens Aufstieg zum künstlerischen Leiter (1925). 1945 - 1976 Gründung und Leitung einer der eigenen Mosaikwerkstatt "Heinrich Jungebloedt Mosaiken" in Schulzendorf (Kreis Teltow) unter Mithilfe von Frau Elisabeth Jeske. 1946 bekommt er von der Direktion der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin-Schöneberg hohe Anerkennung: "Er sei der einzig wirkliche Experte auf dem Gebiet des künstlerischen Mosaiks". 1948 Meisterprüfung des Mosaik-Handwerks vor der Handwerkskammer des Landes Brandenburg mit dem Prädikat "Sehr gut". 1950 Der "Hauptausschuss für Kunsthandwerk des Landes Brandenburg" verleiht ein personengebundenes Gütezeichen u. a. an Heinrich Jungebloedt für dessen Produkte. 1951 -1976 Umfangreiche Arbeiten in Berlin und anderen Orten (Neubauprogramm, Repräsentativbauten, "Kunst am Bau"). 1976 am 31. März verstarb Heinrich Jungebloedt und fand auf dem Friedhof Eichwalde seine letzte Ruhestätte. (Quelle -Leben und Werk des Mosaikkünstlers Heinrich Jungebloedt-Schriftenreihe zur Geschichte der Gemeinde Eichwalde Heft 8)) In seinem Aufsatz "Gedanken zum Mosaik", der von seiner geschätzten Mitarbeiterin Elisabeth Jeske (1921 - 2002) posthum 1996 veröffentlicht wurde, äußert sich Heinrich Jungebloedt über die fundamentalen Unterschiede zwischen den beiden Kunstformen Malerei und Mosaik. (..).. Der Maler beschäftigt sich mit der Farbenlehre und der Form, während sich der Mosaizist dem Stein und der Form widmen muss. (...). Deshalb muss der erfolgreiche Mosaikgestalter die künstlerische Ausbildung eines Malers haben, er "darf nicht mit beiden Füßen in der Malerei stehen, sondern nur mit einem Fuß; der andere muss fest im "Mosaik stehen" An anderer Stelle wird folgendes ausgeführt: "Den wichtigsten Schlüssel zum Mosaik liefern die Fugen zwischen den Steinen. Sie sind technisch unentbehrlich, nötigen aber zu einen anderen Einsatz der Farbe...Das Netzwerk der Fugen hat eine eigenen Schönheit, es begleitet den verborgenen Rhythmus der Darstellung. Netzwerk, Steinführung, Materialfarbe und Steinform sind nicht zu trennen. Ihre wechselseitige Wirkung aufeinander abzustimmen ist das Problem des Mosaiks.

Frau Elisabeth Jeske war eine außergewöhnlich befähigte Mosaizistin, die in der Firma Jungebloedt hervorragende künstlerische Arbeit über Jahrzehnte leistete und diese ab 1976 bis 2002 führte.(Zeitzeugen berichteten uns, dass eine dunkelhaarige Frau bei den Güstrower Mosaiken "federführend" tätig war - es kann sich nach Ansicht der Autoren nur um Frau Jeske gehandelt haben.) Für ihr Engagement am Berliner Dom wurde sie 1996 durch den Bundespräsidenten Roman Herzog mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2000 wurde sie erste Ehrenbürgerin ihrer Heimatgemeinde Schulzendorf im Kreis Königs-Wusterhausen.

Die Firma "Heinrich Jungebloedt Mosaiken" existiert seit 2007 nicht mehr. 


Kegebein, Berthod (1861 - 1920) 

httphs://de.wikipedia.org/wiki/Berthold_Kegebein

Berthold Kegebein wurde als Sohn des Möbeltischlers Hermann Kegebein (1861– um 1920) und seiner Frau Auguste (1861–1949) in Güstrow geboren. Er wuchs zusammen mit seinen zwei Brüdern auf und ging dort zur Schule. In seiner Heimatstadt erlernte er auch den Beruf des Fotografen. Nach der Heimkehr aus dem Ersten Weltkrieg 1919 machte er sich selbständig und eröffnete ein Atelier, in dem er fast sechs Jahrzehnte tätig war. Kegebein hatte mit Ehefrau Elsa (1897–1964) vier Töchter. Seine Vorlieben auf dem Gebiet der Fotografie lagen im Bereich Porträt sowie in den Stilrichtungen Stadtansichten, Landschaften, Reproduktionen und Darstellungen mit künstlerischen Lichteffekten. Auftraggeber waren neben öffentlichen Stellen auch private Personen aus Güstrow und seiner Umgebung. Der berühmteste unter ihnen war unbestreitbar der Bildhauer Ernst Barlach, für den er seit den 1920er Jahren bis zu Barlachs Tod im Jahre 1938 tätig war.  


Kopetz, Vera (1910 - 1998) 

https://de.wikipedia.org/wiki/Vera_Kopetz

 Das künstlerische Schaffen von Vera Kopetz in Güstrow und in Güstrows Nähe

Hier PPP VK einfügen!

Wir wurden durch die Beschäftigung mit dem künstlerischen Schaffen von Vera Kopetz, zu deren künstlerische Freundschaft zu Marga Böhmer, aufmerksam. Im Buch von Ditte Clemens über Marga Böhmer erfuhren wir mehr darüber. Im Besitz der Familie Kopetz und im Museum in Schwerin befinden sich danach von Vera Kopetz gemalte Porträts Marga Böhmers.

Auf dem Böhmer-Porträt, welches sich Besitz der Familie Kopetz befindet (Signatur 63), konnten wir mit Computerhilfe im Vordergrund des Bildes  die Plastik "Russische Bettlerin mit Schale" von Barlach aus dem Jahre 1906 erkennen, die Barlach Marga Böhmer Weihnachten 1924 als sein erstes Geschenk übergab.. Diese Figur hatte offensichtlich einen festen Platz in der Wohnung Marga Böhmers in der Güstrower Gertruden-Kapelle. Diese Porzellanfigur befand sich auch schon auf einem Foto (siehe unten) aus den 1950er Jahren an gleicher Stelle als auf dem Porträt Marga Böhmers von Vera Kopetz aus dem Jahre 1963. Anlässlich der Eröffnung einer Personal-Ausstellung zum gesamten Schaffen von Vera Kopetz in der Güstrower Galerie Wollhalle im Jahre 2015 durch das Güstrower Museum in Gemeinschaft mit der Familie Kopetz wurde das Marga Böhmer-Porträt durch Herrn Michael Kopetz an den Bürgermeister der Stadt Güstrow, Herrn Arne Schuldt, als Geschenk überreicht.

Unsere Entdeckung der Barlach-Plastik auf dem damals noch im Privatbesitz der Familie Kopetz befindlichem Gemälde, war für uns eine kleine Sensation,

Wir haben bei unseren Forschungen erst 2016 herausgefunden, dass sich das Güstrower Museum schon 1982 im direkten Kontakt mit Frau Vera Kopetz um den Erwerb des Bildes bemühte. Als wir in Unkenntnis dieses Sachverhaltes 2012 bei einer Veranstaltung des Fördervereins des im Güstrower Ernst--Barlach-Theaters mit Herrn Michael Kopetz eine Kopetz-Ausstellung in Güstrow anregten, wurde von uns auch über die Bedeutung des Böhmer-Bildes für unsere Heimatstadt Güstrow gesprochen. Dass daraus schließlich eine Schenkung an die Stadt Güstrow wurde, hat nicht nur uns sondern alle Besucher der Eröffnungsveranstaltung und andere Kunstfreunde sehr beeindruckt. 


Über diese Ausstellung schrieb die Ostseezeitung: 

Güstrow

Die Idee zu dieser Ausstellung ging von zwei Heimatforschern aus: Gernot Moeller und Dieter Kölpien hatten in Güstrow Spuren der Künstlerin Vera Kopetz (1910-1998) entdeckt. Kopetz hatte ein Mosaik für die Güstrower Gehörlosenschule geschaffen, an der Innengestaltung des Ernst-Barlach-Theaters mitgewirkt, auch an der Restaurierung des Güstrower Schlosses in den 1960er Jahren.

Dahinter steht ein interessantes Gesamtwerk von Vera Kopetz – davon ist in der Wollhalle Güstrow jetzt einiges zu sehen. 43 Gemälde sowie Siebdrucke, neun Collagen und acht Plastiken. „Das sind sämtlich Leihgaben aus Privatbesitz“, erklärt Kuratorin Iris Brüdgam. Nun kann der Besucher in Güstrow Werke aus allen Schaffensperioden sehen, vom Frühwerk der Künstlerin aus den 1930er Jahren bis zum Jahr 1997, in den die Gemälde immer abstrakter wurden.

Hinter diesen Werken verbirgt sich auch ein bewegtes Leben: Vera Kopetz wurde 1910 in Sankt Petersburg geboren und gelangte über viele Umwege im Zweiten Weltkrieg erst in die Schweiz und dann nach Deutschland. Der Lebensweg führte Vera Kopetz aus dem zerbombten Berlin nach Schwerin und schließlich nach Usedom, wo ein Großteil ihres Werks entstand. Dort verstarb die Künstlerin 1998. Die Ausstellung ist vom 3. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016 in der Wollhalle Güstrow zu sehen, geöffnet ist sie täglich von 11 bis 17 Uhr.  

 Thorsten Czarkowski


Krull, Dr. med Eduard


Lisch, Georg, Christian, Friedrich (1801 - 1883)

Georg Christian Friedrich Lisch – Wikipedia

Die Abstammung von Georg Christian Friedrich Lisch (er benutzte anfangs selbst die Namensform Friedrich Lisch) ist eine von Forschern mehrfach kontrovers diskutierte Frage. Man vermutet, dass der Jurist Carl Christoph von Kamptz (1769–1849), späterer königlich-preußischer Staats- und Justizminister, sein tatsächlicher Vater war. Eine Legitimierung durch ihn erfolgte jedoch nicht. Friedrich Lisch wuchs auf als Sohn des herzoglichen Kammerdieners Johann Christian Lisch (1776–1844) und seiner Frau Johanna Sophia Christiane geb. Brunow (1775–1842). Bald nach seiner Geburt siedelte die Familie nach Güstrow über, wo Lischs Vater eine Anstellung beim Landgericht erhielt. In Güstrow verlebte Friedrich Lisch als ältester von vier Söhnen der Eltern seine Kindheit und Jugend. Er besuchte ab 1809 die Domschule Güstrow (Gymnasium) und bestand im Herbst 1822 die Reifeprüfung mit Auszeichnung. Anschließend studierte er Theologie, Philosophie, Geschichte und Mathematik in Rostock (1822–1824) und Berin (1824–1826). 1824 wurde er Mitglied der Rostocker Freimaurerloge „Prometheus“. 


Lorenz, Prof. Dr. Friedrich (1925-2012)

- Geboren am 7.1.1925 in Hochdobern, Kreis Tetschen, heute Tschechin..

- Lehre beim Telegrafenbauamt Dresden, Gesellenbrief als Fernmeldehandwerker.

- Kriegsdienst, Bordfunker, englische Kriegsgefangenschaft.

- Studium an der Humboldt-Universität, ab 1950 Berufsschullehrer für Elektriker und Funkmechaniker an den Berufsschulen Güstrow und Krakow am See.

- Fernstudium an der Ingenieurschule Mittweida und der TH Dresden.

- 1964 - Wechsel zum Pädagogischen Institut Güstrow,

- 1967 - Promotion an der TH Dresden,

- 1969 - Dozent,

- 1977 - Habilitation an der Pädagogischen Hochschule Erfurt,
- 1980 - Ordentlicher Professor für den Lehrstuhl "Technische Systeme",
- 1990 - Emeritierung.

- 15.6.2012 - verstorben in Güstrow.


Neben seinem Hobby (Schnitzen), war er in vielfältiger Weise mit der Erforschung der Regionalgeschichte befasst.
Seine Veröffentlichungen zur Regionalgeschichte seien nachfolgend genannt:

1998   "Güstrow und die Elektrizität" , Hochschulschriftenverlag.

2000   "Wasser für Güstrow", Laumann Verlagsgesellschaft.

2001   "van Tongel - drei mal klingeln", Heidberg-Verlag.

2002   "775 Jahre Güstrow", Heidberg-Verlag.

2004   "Dobbiner Dorfgeschichten", van Derner-Verlag.

2005   "777 Jahre Stadt Güstrow", van Derner-Verlag.

2007   "Kluge Köpfe braucht das Land", van Derner-Verlag.

Auch uns stand er in den Anfängen unserer regionalen Forschungen uneigennützig, hilfreich und beratend zur Seite.

Die Ausführungen von Dr. Lorenz zu technischen Bereichen der Regionalgeschichte, insbesondere seine Schrift "Güstrow und die Elektrizität", regten uns, an unsere Studien zur Geschichte des Fernmeldewesens in Güstrow zu betreiben. Unsere diesbezüglichen Studienergebnisse fanden seine Anerkennung.   


Malmströms  

Die KOLTER-MALMSTRÖMS gehören zu den bekanntesten und traditionsreichsten Artistenfamilien von internationalem Rang. Nachweisbar bis etwa 1725.
Die Vorfahren der Familie  Malmström waren Seiltänzer, so ist es auch auf einer Darstellung neben der Jahreszahl 1725 auf dem Familien-Wappen Kolter/Malmström zu erkennen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind alle Familienmitglieder der Tradition treu geblieben. Die Kinder wuchsen im Wohnwagen auf und zogen so mit den Eltern durch die Lande, um ihre Kunststücke zu zeigen. H. Malmström erwähnt eine Chronik über die Familiengeschichte, dass wohl die schillerndste Figur des Familienunternehmens der 1795 geborene Seiltänzer Wilhelm Kolter war. 
1818 half er sogar dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm II., über seinen englischen Amtskollegen zu triumphieren, Der englische König hatte bei einem Treffen seinen besten Seiltänzer mitgebracht, der die Zuschauer mit eleganten Sprüngen auf dem Schrägseil begeisterte.

Der rasch angeforderte Wilhelm Kolter übertraf ihn jedoch und sprang als erster auf der Welt über seinen Partner hinweg. Mit dieser Glanztat wurde er sogar zur literarischen Figur. Fontane berichtetet über ihn in seinem Roman "Unterm Birnbaum", und 1865 erschien in Reichenbach von einem  unbekannten Verfasser ein "Kolter Album" . 
Es ist überliefert, dass dieser in nur 11 Minuten auf einem Seil die Niagarafälle überquerte.
(Diese Textstelle erklärt ein Mitglied der Familie gegenüber dem Betreiber dieser WEB-Seite für frei erfunden da die Truppe nie in den USA auftrat.)
Auszugsweise Wiedergabe von Textstellen  aus einem zu DDR-Zeiten geführten Gespräch von Birgitt Hamm mit Herbert Malmström, dem Senior einer der ältesten deutschen  Zirkusfamilien, (Der Inhalt des Gesprächs wurde in einer Güstrower SVZ-Ausgabe unbekannten Datums gefunden. Der Zeitraum des Gespräches wir um die Zeit Ende der 1970er Jahre geschätzt).  

Marquardt, Hans Friedrich Joachim (1847-1915)

Dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement und ausgeprägten Geschichtsbewusstsein des Gymnasialprofessors Dr. Hans Marquardt danken wir die erste systematische Katalogisierung der Sammlung, die er von 1893 bis zu seinem Tode als Konservator betreute (zitiert aus dem Ausstellungsführer des Güstrower Museums). 


Mastaler, Wilhelm (1920-2019)

https://wilhelm-mastaler.de

Wilhelm Mastaler ist gebürtiger Güstrower und durch seine stadtgeschichtlichen Forschungen auf sehr unterschiedlichen Gebieten bekannt und anerkannt. Der Link führt auf die WEB-Seite, auf der der Autor seine Veröffentlichungen in verschiedenen Medien benennt.

 ◊ am 27. September 1920 in Güstrow im Strenzer Weg geboren,

 ◊ Abitur,

 ◊ 1939 Wehrdienst in der Luftwaffe als Waffenwart,

 ◊ 1939 - 1945, Wehrdienst in Holland, Frankreich und Deutschland

 ◊ 1945 - 1947, Kriegsgefangenschaft,

 ◊ ab 11/1947 - Ausbildung im Bahnbetriebswerk Güstrow,

 ◊ seit 1949 verheiratet / 8 Kinder / 12 Enkelkinder / div. Urenkel,

 ◊ vierjähriges Studium des Maschinenbaus,

 ◊ Maschinen-Ingenieur im technischen Dienst der Deutschen Reichsbahn im             
   Oberbauwerk Bützow,

 ◊ Reichsbahnamtmann,

 ◊ ab 12/1985 - Oberamtmann in Rente,

 ◊ ab 1968 ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums für Ur- und Frühgeschichte,

 ◊ 1970 - 1993, ehrenamtlicher Denkmalpfleger,

 ◊ div. archäologische Ausgrabungen als Kreispfleger im Umkreis,

 ◊ Leiter der archäologischen Arbeitsgruppe in Güstrow,

 ◊ ehrenamtlicher Kreisbodendenkmalpfleger,

 ◊ 1981 - Ehrennadel des Kulturbundes in Gold etc.,

 ◊ 08.11.1993 - Preisträger der " Silbernen Halbkugel ", des Deutschen Preises für     
    Denkmalschutz,

 ◊ div. Publikationen im Bereich mittelalterlicher Archäologie und Baudenkmäler,

 ◊ div. Publikationen im Bereich der Wassermühlen im ehemaligen Kreis Güstrow,

 ◊ div. Veröffentlichungen zur Geschichte Güstrows etc.,

 ◊ ab 2010, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv beschäftigt,

 ◊ am 24. Juli 2019 in Güstrow im Strenzer Weg verstorben. 

Otto, Robert (1895-1973)

Robert Max Johannes Helmuth Otto

war wohnhaft in Güstrow, Feldstraße 41.

Er wurde am 28.04. 1895 in Malchin geboren (StA Malchin, Nr. 25/1895)

und ist am 18.12.1973 in Güstrow verstorben. Er war seit 1966 verheiratet mit Magdalena Erna Marie Otto, geb. Martens..

R. Otto malte Landschaften und Ansichten von Güstrow.

 Das als Erkennungsbild für unsere WEB-Site ausgewählte Südwest-Ansicht der Stadt Güstrow trägt die Signatur des Malers. R. Otto (ohne Jahresangabe, seit 1939 im Besitz von DK)



 Paul, Simone Katrin (1964 -        )

Die Schriftstellerin und Übersetzerin ist in Güstrow geboren. Seit 1992 veröffentlich die studierte Theaterwissenschaftlerin lyrische Werke. 

1998 übersetzte sie sämtliche Sonette von William Shakespeare ins Deutsche. Publikationen der in Berlin lebenden Schriftstellerin: "Fischerkönig". "Verbranntes Theater", "Sinnflutend". (Text in Anlehnung an eine Veröffentlichung in der SVZ vom 09.12.2013) 


Scheidemann, Hans (1912-1972)








 Schumann, Oskar (......) 

Der Güstrower war ein Bildhauer, der sowohl eigene Arbeiten als auch Arbeiten in Gemeinschaft mit anderen Holz verarbeitenden Handwerkern ausführte. Er hatte lt. Adressbuch 1939 eine Werkstatt in der Schulstraße 1. 
Von ihm wurde der Stier im Oberlicht der Mitteltür zur Ausstellungs- und Kongresshalle 1935 gefertigt.
Von seinem in Rostock lebenden Enkel erfuhren wir, dass die Familie Oskar Schumann mit Ernst Barlach befreundet war.  In einem Gespräch mit Frau Johanna Schult am 20.09.2010 wurde uns bekannt, dass die Schnitzereien an der Tür der ehemaligen Tischlerei A. Dietrich in der Lindenstraße 1, von dem Holzschnitzer Oskar Schumann angefertigt wurden.

Die Fotos wurden 2012 während der Renovierung der Tür gemacht. V

Schwartzkopff, Johannes (1889-1968)

J. Schwartzkopff wurde am 02.08.1889 in Wolfsburg, Kreis Gardelegen geboren. Seit dem 01.04.1914 als Hilfsprediger in Bromberg tätig , war er bereits seit dem 01.04.1917 als Pastor im mecklenburgischen Varchentin eingesetzt. Am 1.10.1924 begann er als Domprediger in Güstrow sein segensreiches Wirken für die Domgemeinde und die Stadt. Mit dem in Güstrow ansässigen Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller Ernst Barlach freundschaftlich verbunden, war es mit sein Verdienst, dass der Dom-Engel als Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges Wirklichkeit wurde und Güstrow damit, trotz totalitärer Eingriffe, ein weit über die Grenzen bekanntes  und geschätztes Kunstwerk ersten Ranges besitzt. Schwartzkopff verlor in der NS-Zeit sein Predigeramt in Güstrow und wurde seit dem 01.11.1934 als Pastor nach Mölln versetzt. Von 1934 bis 1958 als Pfarrer an der Immanuel-Kirche in Berlin verstarb er dort am 22.06.1968.

Johannes Schwartzkopff hielt für den am 24.10.1938 verstorbenen Ernst Barlach, die Trauerreden auf der Aussegnungsfeier am 27.10.1938  im Atelierhaus des Künstlers, sowie zur Beisetzung des Leichnams auf dem Ratzeburger Friedhof. 

Schmidt, Egon (1927 - 1983) 

Der Kinderbuchautor war seit 1957 Dozent an der späteren Pädagogischen Hochschule Güstrow. Er war langjährig Abteilungsleiter  für Literatur und Lehrstuhlleiter für deutsche Literatur und deutsche Sprache. Seine Bücher wurden im Kinderbuchverlag Berlin und dem Hinstorff Verlag Rostock verlegt. Zwei seiner zahlreiche Werke sind "Das Schildkrötenmädchen" und "Die Partisanenwiese".  

 (Anlehnung an eine Veröffentlichung in der SVZ vom 09.12.2013)


Schondorf, Johannes (1833 - 1912)
Johannes Schondorf, geb. 30.6.1833 in Röbel, erhielt seine musikalische Ausbildung in Rostock und Berlin. 1855 Berufung als Organist nach Neubrandenburg an St. Marien und St. Johannes. Ab 18 64 wurde er Organist an der Pfarrkirche Güstrow und Musiklehrer an der Domschule. Er war Komponist, Dirigent und Leiter des Güstrower Gesangvereins und erwarb sich landesweit hohes Ansehen für sein musikalisches Wirken. Er verstarb 1912 in Güstrow..


Schumann, Clara (1825-1896)

Die berühmteste Pianistin der damaligen Zeit gastierte 1863 neben Konzerten in Schwerin und Rostock auch im Saal des Hotels " Erbgroßherzog" in Güstrow. Clara Schumann war die Ehefrau von Robert Schumann, der schon früh verstarb. Durch die Konzertreisen war es Clara Schumann möglich, die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, um die acht Kinder die der Ehe mit Robert Schumann entsprangen, aufzuziehen. Ihr Auftritt in Güstrow fand anlässlich eines Besuches bei dem befreundeten Dr. Gustav Raspe( Direktor der Domschule) statt.


Seidel, Heinrich (               )
Heinrich Seidel – Wikipedia
Heinrich Friedrich Wilhelm Karl Philipp Georg Eduard Seidel war ein deutscher Ingenieur und Schriftsteller. Er wurde am 25.06.1842 in Perlin geboren und starb am 07.11.1906 in Berlin. Er begann eine Lehre (1862-1866) bei der Stahlgießerei Kähler in Güstrow. In dieser Zeit war er auch Mitglied des Männer Turnvereins Güstrow (MTV Güstrow) und dort Vorturner (Hinweis von dem Güstrower Sportchronisten Uwe Zicker). Eine Straße im westlichen Teil Güstrows trägt seinen Namen,


Tarnow, Fanny (1797 - 1862)

Die Tochter des Güstrower Staatssekretärs und späteren Gutsherren David Tarnow und dessen Ehefrau Amalie Justine, geb. von Holstein  wurde als deren erstes Kind in Güstrow geboren. Die Schriftstellerin veröffentlichte unter anderem unter dem Pseudonymen Fanny und F. T. . Zu ihren Werken gehören: "Natali. Ein Beitrag zur Geschichte des weiblichen Herzens", "Lebensbilder" und "Die Spanier auf Fühnen. Historisches Schauspiel". (Text in Anlehnung an eine Veröffentlichung 

in der SVZ vom 09.12.2013)


van Tongel, Richard sen. (1872-1940).

1.7.1872  Richard van Tongel wird in Hermanuv Mestec ( Hermannstätel )  einem kleinen Ort zwischen Prag und Hradez Kralove ( Königgrätz )

geboren. Er studierte an der Prager Karls-Universität unter anderem auch Mathematik. Noch in Prag heiratete er Hedwig Toms. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Richard jun. ( 1898 - 1974 ) und Emil ( 1900 - 1988 ) hervor. Zeitweilig war er Direktor der Skoda-Werke in Pilsen. Am 4.8.1900 , nach der Geburt des zweiten Sohnes, verstarb seine Ehefrau Hedwig.

R. van Tongel verließ Böhmen, arbeitete im Ruhrgebiet und auch in Amerika. Eine Firmengründung scheiterte dort.

1910  kehrte er nach Europa zurück und kauft das Stahlwerk "Güstrower Hütte" vom Vorbesitzer Ludwig Martins. Das Werk firmiert unter

dem Namen " Van Tongelsche Stahlwerke GmbH "

1912  van Tongel verlässt wegen betrieblicher Unstimmigkeiten das Werk und kehrt

1914  zum Ausbruch des 1. Weltkrieges zurück nach Güstrow. Das Werk wird in die Rüstungsproduktion eingebunden und auf

Stahlformguss spezialisiert.

1916  Die Vorgaben werden drastisch auf 6000 Stück 15cm Stahlgusskörper für Granaten erhöht.

Der Großherzog Friedrich Franz IV. besucht am 24. Mai das Stahlwerk.

1917  Es gibt zunehmend Probleme in der qualitativen und quantitativen Erfüllung der Produktionsvorgaben. Die Ausschussquote beträgt bis zu 46 %.

Der Maler Heinrich Wilke stellt ein Temperabild vom Stahlwerk her, das dem Großherzog zur Erinnerung an seinen Besuch

überreicht wird.

1918  R. van Tongel kauft die "Kählersche Eisengießerei und Maschinenbauanstalt" und die Fläche der ehemaligen Gerberei

Dahltrop dazu. Das Betriebsgelände umfasst nun 30000 qm.

Nach der Novemberrevolution stagniert die Produktion, zahlreiche Arbeiter werden entlassen.

1920  Inflation, Kapp-Putsch und ein Generalstreik bringen die Arbeit praktisch zum erliegen.

Am 2. September explodiert ein Konverter mit 2500 kg flüssigen Stahls. Die Arbeiter konnten sich retten, der Dachstuhl fängt Feuer und brennt ab.

1928  Die Stadt feiert ihr 800jähriges Bestehen. Das Werk ist in vielen Bereichen modernisiert worden. Die Güstrower Zeitung (MTZ) berichtet darüber.

1930 - 1935  Das Stahlwerk übersteht die schwierigen Jahre der Weltwirtschaftskrise. Van Tongel nutzt seine guten Kontakte nach Skandinavien,

Nordamerika und dem Fernen Osten, so dass mit kleineren Aufträgen bei 60 Mann Belegschaft der Betrieb weiterläuft.

1935  Die Stahlwerke werden in die Rüstungspläne des Dritten Reiches eingebunden.

1936  Richard van Tongel jun. wird kaufmännischer Leiter und sein Bruder Emil van Tongel  technischer Leiter. Im Werk werden 450 Arbeiter

und Angestellte beschäftigt.

1937  Nach Erwerb der Grundstücke Niklotstraße 20 - 24 werden dort Wohnhäuser für Firmenangehörige erbaut.

1939  Ausbruch des 2. Weltkriegs. Neben der laufenden Produktion werden auch Gussteile für Seeminen gefertigt.

10.3.1940  Richard van Tongel sen. stirbt in Rostock. Die Söhne führen den Betrieb weiter.

1941  Die Übernahme von Ausrüstungen aus Werken besetzter Länder (Beutegut) wird abgelehnt.

1942  Der Gauleiter Mecklenburgs und der Bürgermeister der Stadt wollen die Brüder van Tongel bewegen, außerhalb der Stadt

einen großen Rüstungsbetrieb zu errichten. Die Gebrüder van Tongel lehnen dieses ab.

1945  Am 2. Mai erfolgt die kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee. Es werden noch Gussteile nach Moskau geliefert.

Zeitgleich beginnt auch die Demontage des Rüstungsbetriebs.

1945 - 1947  Die Brüder van Tongel versuchen von Westberlin aus die Firma wieder aufzubauen.

Nach der Sequestrierung erfolgte dann die Enteignung.

1946 - 1990  Das Gelände und die Hallen gehen in Volkseigentum über. Der VEB Kleiderwerke, die Konsum Spirituosenfabrik Winkelhausen

und das Konsum Fleischverarbeitungs-Kombinat errichten hier ihre Produktionsstätten.

1994  Ende des Stahlhofes als Produktionsstätte.  


Wagner-Regeny, Rudolf (1903-1969)

Rudolf Wagner-Régeny – Wikipedia
Rudolf Wagner-Régeny (* 28. August 1903 in Sächsisch Regen, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; † 18. September 1969 in Ost-Berlin) war ein deutscher Komponist und Hochschullehrer siebenbürgisch-sächsischer Herkunft.


Wilke; Heinrich (1869-1952)

 Maler

geboren am 3.2.1869 in Berlin,

1887 - 1891   Studium an der Königlichen Akademischen Hochschule für bildende Kunst in Berlin.

1891 - 1892   Studium an der Akademie in München.

1893               Wohnung und Atelier in Berlin.

1903 - 1916   Wilke ist jährlich mit einem Werk in der Großen Berliner Kunstausstellung                                   vertreten, es entstehen eine Vielzahl von Porträts und Historienbildnisse.

1907              Heirat in Berlin.

1917               Reise nach Güstrow auf Einladung von Richard van Tongel, Fertigung des                                    Auftragswerkes: Stahlgießerei.

1918 - 1921   Über 100 Aufträge, vor allem Porträts Güstrower Bürger, veranlassen                                             Wilke in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit, sich 1921 in Güstrow,                                                  Neue Wallstraße 2. Atelier: Gleviner Straße 37, niederzulassen.

1919               Erste Ausstellung im Güstrower Hotel " Erbgroßherzog ".

1925 - 1926   Ausstellungen in Schwerin.

1928              Ausstellung im Museum des Kunst-und Altertumsvereins Güstrow.

1939              Zum 70. Geburtstag Würdigung des Künstlers in den "                                                                        Mecklenburgischen Monatsheften ".

19.11.1952     Heinrich Wilke verstirbt in Güstrow.

                     Eine Auswahl aus seinem künstlerischen Schaffen:

1917            " Kreuzigung ", im Besitz des Doms.

1918            " Bürgermeister Dahse ", im Besitz der Stadtverwaltung.

1924           " Frau Krüger-Hansen " .

1922           " Wand-und Deckengemälde in der Ratsapotheke Güstrow, - Altes Labor -             
                     Treffpunkt de Freimaurerloge " Phoebus Apollo "

1925             " Adolf Klingberg, Realgymnasialdirektor "

1930            " Ansicht von Güstrow "

1943   " Beethoven im Gewitter "

1946   " Selbstporträt "

1947   " Faust in der Studierstube ". 


 Zierow, Wilhelm (1870 - 1945)

Wilhelm Zierow (geb. 19.10.1870 in Nienhagen bei Doberan) war Sohn eines Lehrers und besuchte nach dem Umzug der Familie von Nienhagen bei Doberan nach Sarmstorf bei Güstrow und dort das Gymnasium. Er ging zunächst an das Lehrerseminar in Neukloster, Nach einer Zusatzausbildung zum Sport- und Zeichenlehrer in Dresden wurde er 1894 Hilfslehrer in Schwerin. Ab 1895 arbeitete er als Sport- und Zeichenlehrer an der Domschule Güstrow, wo er 1936 pensioniert wurde.
Er war Brinckman-Preisträger (1935) und wurde nach seiner Pensionierung wegen des Lehrermangels wieder als Leher tätig. Zierow und Familie schieden 1945 durch Selbsttötungen aus dem Leben und wurden in einem Massengrab auf dem Güstrower Friedhof bestattet.

Wilhelm Zierow (1870-1945)
Wilhelm Zierow (1870-1945)