5.2 Die Ehrenbürger der Stadt Güstrow

Dr. Georg Bernhard Johann BRANDT, Kanzlei-Direktor
geboren am: 18. August 1772 in Polchow, gestorben am: 18. Februar 1847 in Güstrow.
Ernennung 10. März 1844 zum 50-jährigen Berufsjubiläum.

Er lebte lt. Volkszählungsliste1819 bereits seit 25 Jahren in Güstrow.
Er ist mit Louisa Georgina Juliana geb. Schroeder bereits seit 25 Jahren verheiratet und Vater von 4 Kindern.
Zu diesem Zeitpunkt ist er lt. Liste Direktor der hiesigen Justiz-Canzley.

Prof. Dr. Johann Friedrich BESSER, Direktor der Domschule, Oberschulrat
geboren am: 4. Dezember 1771 in Halberstadt

gestorben am: 27. Juni 1846 in Güstrow
Ernennung 20. April 1843 
zum 50-jährigen Berufsjubiläum

Studierte Theologie in Halle; 1793 Lehrer in Halle;  08.07.1796 Lehrer an der Domschule Güstrow; 

23.01.1810 Direktor der Domschule; erarbeitete Lehrpläne und neue Schulordnung; führte 1820 die Abiturprüfung ein; veröffentlichte 1825 "Verzeichnis der Bibliothek der Güstrowschen Domschule";  Verfasser der "Beiträge zur GTeschichte der Vorderstadt Güstrow" in 3 Heften /1819 bis 1823).

Wilhelm Friedrich Christian Ludwig VON MEDING, Kanzlei-Sekretär, Geheimer Hofrat
geboren am: 1. Juli 1785 in Lüneburg (lt. Volkszählung 1819);
gestorben am: 15. Februar 1868 in Güstrow.
Ernennung 17. Dezember 1858 zum 50-jährigen Dienstjubiläum.
Er ist verheiratet mit Magdalena Dorothea geb. von Pressentin, die am 27.02.1800 in Rostock geboren wurde.
Von Medin lebte lt. Volkszählungsliste 1819 bereits 11 Jahre in Güstrow. Stiftete das Freimaurer-Logenhaus am Domplatz.

Adolf TÜRK, Domprediger
geboren am: 18. November 1795,
gestorben am: 1. April 1880 in Rostock.
Ernennung 10. April 1874 bei seinem Scheiden aus dem Pfarramte
22.11.1826 - 10.04.1874 Domprediger.
Mitbegründer der Sonntags-, späteren Gewerbeschule, begründete den Güstrower Gewerbeverein und förderte auch sonst das Aufblühen der Gewerbe in Mecklenburg. Verheiratet seit 24.11.1826 mit Franziska Wiese, geb. zu Rostock am 11.02.1804.  

Dr. Carl Reinhold VON MONROY, Justizkanzlei-Direktor, Obergerichtspräsident
geboren am: 23. oder 25. Januar 1808 in Güstrow,
gestorben am: 15. April 1894 in Güstrow.
Ernennung 30. September 1879 bei seinem Scheiden aus dem Justizdienste infolge der neuen Gerichtsverfassung.
Geburtsort Güstrow. Sohn des Justizrats von Monroy. Er war Groß Komthur des Großherzoglichen Ordens der Wendischen Krone.

Dr. Gustav Carl Heinrich RASPE, Gymnasial-Direktor
geboren am: 2. August 1811 in Sülze,
gestorben am: 5. Juni 1887 in Güstrow.

Ernennung 11. April 1883 zu seinem 50-jährigen Amtsjubiläum.
1829 Studium der Theologie und Philologie an der Universität Rostock.
11.04.1833 erster Kollaborator und Kantor der  Domschule Güstrow.
26.09.1840 Prorektor, 23.11.1843 Konrektor; 06.10.1846 bis Michaelis 1886 Direktor der Domschule, danach Ruhestand; erhielt 1879 das Ritterkreuz des Hausordens der Wendischen Krone; leitete die Jubelfeier  des 300-jährigen Bestehens der Domschule und lieferte 1853 die Festschrift "Zur Geschichte der Güstrower Domschule".

Wilhelm, Johann, Friedrich Otto SCHULTETUS, Oberlanddrost
geboren am: 18. Februar 1810 in Güstrow,
gestorben am: 2. Januar 1892 in Güstrow

Ernennung 30. September 1886 bei seinem Scheiden aus dem Amte nach 56-jähriger ununterbrochener Tätigkeit in Güstrow.

Martin Heinrich SEEGER, Direktor des Realgymnasiums und der Realschule
geboren am: 10. April 1825 in Lüneburg,
gestorben am: 29. Mai 1902 in Güstrow.
Ernennung 8. April 1901 zu seinem 40-jährigen Direktor-Jubiläum.
01.01.1853 Lehrer: 

08.04.1861 bis 01.04.1902 Direktor der Realschule, danach Ruhestand; errichtete die erste Realschule in Mecklenburg; schrieb 1862 im Schulprogramm über die Aufgaben einer Realschule.

Otto Friedrich Wilhelm DAHSE, Bürgermeister; Geheimer Hofrat
geboren: 30. September 1839 in Güstrow,
gestorben am: 13. Juli 1921 in Güstrow.
Ernennung 09. Mai 1919 bei seinem Scheiden aus dem Rate nach 53-jähriger Wirksamkeit.
09.05.1866 Senator im Magistratskollegium und 04.07.1870 Bürgermeister. Der Landesfürst ernennt ihn am 19.03.1892 zum Geheimen Rat. 

Klaus SORGENICHT, Mitglied des Staatsrates der DDR
geboren am: 24. August 1923 in Wuppertal-Elberfeld,
gestorben am: 22. Oktober 1999 in Berlin.
Ernennung 8. Mai 1965  "für seine kluge und umsichtige Tätigkeit als erster Bürgermeister der Stadt nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus..."
06.05.1945 Oberbürgermeister und 02.10.1946 Landrat von Güstrow. 

Bernhard QUANDT
geboren am: 14. April 1903 in Rostock,
gestorben am: 6. August 1999 in Schwerin.
Ernennung 8. Mai 1965 anlässlich des 20. Jahrestages der Befreiung unseres Volkes vom Faschismus
Mitglied des Zentralkomittes der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und 1. Sekretär der Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in Schwerin,
vorbildlicher Revolutionär der deutschen Arbeiterklasse; besondere Verdienste bei der Vorbereitung und Durchführung der demokratischen Bodenreform; untrennbar mit der Bauernbewegung in Mecklenburg verbunden,
Auszeichnung: Banner der Arbeit.

Hans WARNKE
geboren am: 15. August 1896 in Hamburg,
gestorben am: 9. Januar 1984 in Berlin-Buch.
Ernennung 8. Mai 1965 anlässlich des 20. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus.
Nahm 1920 an Kämpfen zur Niederschlagung des Kapp-Putsches teil; 1926 Sekretär der Bezirksleitung der KPD und 1928 Mitglied des Zentralkomitees; auf Vereinigungsparteitag 1946 wurde er zum Mitglied des Zentralkomitees der SED gewählt; war viele Jahre Abgeordneter unserer obersten Volksvertretung; hohen Anteil daran, dass unser Güstrow nicht zerstört wurde;
Auszeichnungen: "Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold"

Helmut SCHMIDT, Bundeskanzler a. D.
geboren am: 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek.

Ernennung 29. September 1995. Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Helmut Schmid ist Ausdruck der Anerkennung und Würdigung seines Einsatzes für die Stadt und Ihrer Bürger.
Mit seinem Besuch in Güstrow im Jahre 1981 wurde er für viele Menschen in der DDR und unserer Stadt zu einem Hoffnungsträger. Er setzte Zeichen für die deutsche Einheit.  
Die Güstrower Bürger  sind Helmut zu Dank verpflichtet, da sein Eintreten maßgeblich dazu beitrug, dass der Nachlass Marga Böhmers der Stadt erhalten blieb. 

Slata KOWALEWSKAJA
geboren am: 8. Januar 1924 in Charkow, Ukraine.
Ernennung 31. Oktober 1997. Die Stadt Güstrow verleiht Frau Slata Kowalewskaja in Dankbarkeit und Anerkennung ihres mutigen Einsatzes als Dolmetscherin bei der kampflosen Übergabe der Stadt Güstrow im Jahre 1945 die Ehrenbürgerschaft.
Durch das Handeln von Frau Kowalewskaja unter Einsatz ihres Lebens konnte der Stadt unsagbares menschliches Leid und Zerstörung erspart bleiben. Frau Kowalewskaja hatte in ihrer Dolmetscherfunktion in den ersten Nachkriegsjahren auch erheblichen Anteil bei der Rettung der Kunstwerke Ernst Barlachs. 

Oskar August Wilhelm BELTZ
geboren am: 22. März 1890 in Mainz,
gestorben am: 2. November 1961 in Langenberg im Rheinland.

Ernennung 28. November 2003 postum für seinen Einsatz bei der kampflosen Übergabe der Stadt Güstrow an die Rote Armee.

Ernst BARLACH
geboren am: 2. Januar 1870 in Wedel/Holstein,
gestorben am: 24. Oktober 1938 in Rostock.

Ernennung 1. Oktober 2010 postum,
mit seinem Werk von Weltrang hat er die Stadt über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht

John Frederic BRINCKMAN
geboren am: 03. Juli 1814 in Rostock,
gestorben am: 20. September 1870 in Güstrow.

Ernennung 27.März 2014 postum.
Den 200. Geburtstag zum Anlass nehmend, wird Herrn John Frederic Br
inckman, dem großen niederdeutschen Schriftsteller und  angesehenen Güstrower Bürger die Ehrenbürgerwürde der Barlachstadt Güstrow verliehen.