Böhmer, Bernhard Aloysius  (1892 -1945)

Bernhard A. Böhmer war seit 1924 mit Barlach freundschaftlich verbunden. Auch die persönlichen familiären Verhältnisse hatten darauf keine Auswirkungen. Nach dem Tod Cassierers wurden die Beziehungen zueinander noch enger. Bernhard A. Böhmer war Assistent, Sekretär und engster Freund Barlachs und übernahm auch den Kunsthandel mit Barlachs Werken.
In der Zeit der Verfemung expressionistischer Kunst als "entartete Kunst" durch die Nazis, hatte diese eigens zum Zwecke der 1937 in deutschen Museen erfolgten Beschlagnahme der als "entartete Kunst" eingestuften Werke eine Kommission bestimmt und die über deren Verwertbarkeit bzw. Unverwertbarkeit entschied. Diese Kommission arbeitete mit vier Kunsthändlern zusammen. Neben Bernhard A. Böhmer aus Güstrow, waren dies Ferdinand Möller und Karl Buchholz aus Berlin und Hildebrand Gurlitt aus Hamburg. Diese Kunsthändler hatten den Auftrag, für "entartetet Kunst" Devisen in das Land zu holen.

Nachweisbar war Böhmer an Tauschgeschäften mit "entarteter Kunst" beteiligt und hat solche auch selbst erworben. Dies war von den Nazis nicht gewollt.

Über die zwiespältige Person Bernhard A.Böhmer wurde 
durch Frau Meike Hoffmann von der Humboldt Universität Berlin geforscht.
Die Ergebnisse sind unter dem Titel "EIN HÄNDLER >>ENTARTETER<< KUNST  Bernhard A. Böhmer und sein Nachlass", beim Akademie Verlag Berlin 2010, Band III der Schriftenreihe "Entartetet Kunst", der Initiative der Ferdinand Möller-Stiftung, Berlin, durch den Akademie Verlag von Meike Hoffmann herausgegeben.

Es kann mit Sicherheit nach den im Jahre 2016 bei Bauarbeiten in Güstrow entdeckten Schriftstücken eine Ergänzung dieser wissenschaftlichen Arbeiten durch die Herausgeberin erwartet werden.