6.1.4 Denkmal im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Großer Bockhorst bei Güstrow

Über das Leben im Kriegsgefangenen-Stammlager
Großer Bockhorst bei Güstrow

Das Flurstück Großer Bockhorst bei Güstrow hat eine wechselvolle Geschichte. Mit den folgenden Beiträgen möchte ich auf die unterschiedliche Nutzung des Flurstückes östlich der Stadt aufmerksam machen.
Dazu leite ich die Besucher dieser Seite mit zahlreichen Links auf die sorgfältig und detailliert gestaltete Güstrower WEB-Seiten von Wilhelm Mastaler (http://www.wilhelm-mastaler.de) und Thomas Pilz (http://www.guestrow-history.de) um.


Von 1914 - 1918
 existierte hier ein riesiges Kriegsgefangenenlager (Stammlager in dem 25000 Gefangene gleichzeitig untergebracht werden konnten. Die Gesamtzahl der in Güstrow internierten Gefangenen betrug 67000. (Insgesamt wurden im Ersten Weltkrieg 8 Millionen Menschen gefangen genommen. Davon 2,5 Millionen in Deutschland.)

Nach dem I. Weltkrieg (etwVa ab 1920) wurden in dem Barackenlager Flüchtlinge/Umsiedler aus dem Elsass und aus Schlesien untergebracht. 
Von 1930 -1945 wurde das Gelände als Flugplatz genutzt. Nach dem Ende des II. Weltkrieges war es Übungsgelände der Sowjetarmee, später (ab 1949) teilweise Segelflugplatz der Gesellschaft für Sport und Technik, Agrarfliegerstandort.

Seit 1989 - Segelflugplatz und Schießplatz von Vereinen.


Die Einweihung eines Denkmals für die verstorbenen Kameraden erfolgte zum 20.04.1918 durch Kriegsgefangene des Gefangenenlagers in Anwesenheit deutscher Militärs und ausländischen Abordnungen aus den Ländern der Gefangenen.
Das Material für die Anfertigung des Denkmals (Bremer Kalkstein) wurde von den Kriegsgefangenen selbst ausgewählt und von ihnen bezahlt.
In dem Lager in der Nähe Güstrows, lebten ab 1914 zeitweilig 25 000 Kriegsgefangene.
(Güstrow hatte seinerzeit 19 000 Einwohner).

Die Auflösung des Kriegsgefangenenlagers erfolgte 1921.
Es wurde danach noch einige Jahre für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Gebieten Elsass und Oberschlesien genutzt.


Nach nunmehr 100 Jahren (2018) sind noch Reste des Denkmals am alten Standort („Franzosenfriedhof“) erhalten, obwohl dieses Gebiet nahezu 50 Jahre als Übungsgelände und Schießplatz der Sowjetarmee diente.
Seit 2021 bemüht sich der Kunst- und Altertumsverein um die Erhaltung der Reste des Denkmals. 

 

Frühere Ansichten von dem Denkmal

Aktuelle Ansichten von 2020/2021

Zustand des Denkmals 2020

Über das ehemalige Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges bei Güstrow (Stammlager)

Allgemeine Informationen zur Geschichte des Lagers (guestrow-history.de)

  • Das Ende des I. Weltkrieges und die Rückkehrt in die Heimatländer

Mitte der 1920er Jahre wurden die Baracken, soweit noch nutzbar, nach und nach verkauft. Die weitaus meisten sollen als Brennholz weiter verwertet worden sein. Die Gräber des Lagerfriedhofes blieben wohl in jenen Jahren weitgehend ungepflegt, so dass sich dichterer Bewuchs ausbreiten konnte. Lediglich das Areal um das Denkmal wurde besser gepflegt. Irgendwann nach 1940 wurde auch die Inschrift auf dem Obelisken durch eine weiße Fassung hervorgehoben und zugleich um das Jahr des Kriegsendes 1918 ergänzt. In diesem Zusammenhang wurde wohl auch das gesamte Denkmal instandgesetzt. Mindestens bis 1945 soll es weitgehend unverändert geblieben sein.

Weitere Details, wie Publikationen, Bücher, persönliche Berichte und Erinnerungen, Zeitungsartikel, finden Sie auf der WEB-Seite Texte und Quellen (guestrow-history.de).