Ehrenmal, Friedhof und Gedenkstätte für nach 1945 in Güstrow verstorbene sowjetische Soldaten und zivile Bürger

1946 wurde an der Plauer Chaussee in Güstrow ein als sowjetisches Ehrenmal als Friedhof und Gedenkstätte für hier nach 1945 verstorbene sowjetische Soldaten und Zivilisten errichtet. Zuvor in der Innenstadt am Wall Bestattete wurden hierher umgebettet. Die nach einem Entwurf des Güstrower Architekten Hans Schreiber errichtete Anlage wurde 1962/1963, wie aus der Bauakte zum sowjetischen Ehrenmal des Güstrower Stadtarchivs hervorgeht, von dem Güstrower Architekten Martin Eggert um- und neu gestaltet. Das äußere Ansehen der Gedenk- und Begräbnisstätte wurde auch danach mehrfach umgestaltet. Die Anlage wurde zu DDR-Zeiten von Schülern und Lehrlingen der angrenzenden Gehörlosenschule gepflegt.
Bis 1990 fanden an diesem Denkmal alljährlich, jeweils am 08.05. (Tag der Befreiung) und am 07.11. (Tag der Oktoberrevolution) große organisierte Kranzniederlegungen statt. Auch Soldaten der Bundeswehr und Jugendliche der Kriegsgräberfürsorge haben hier in der Vergangenheit schon Gräberpflege durchgeführt. Heute ist die Barlach- und Kreisstadt Güstrow, als Träger des Friedhofes, mit dessen Unterhaltung betraut.
Die Finanzierung erfolgt durch Mittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Friedhof sind 181 Soldaten und 155 Zivilisten beerdigt. Anlässlich der 75. Wiederkehr des Tages der Befreiung am 08.05.2020 wurde am 09.05.2020 eine Gedenkveranstaltung durchgeführt , Diese Veranstaltung wurde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA) organisiert. Dieser Tag wurde in der ehemaligen Sowjetunion und wird im heutigen Russland als Tag des Sieges begangen. An der Veranstaltung nahmen ca. 70 Personen teil.
In Güstrow wurden die Kriegshandlungen mit der kampflosen Einnahme Güstrows durch die Rote Armee am 02.05.1945 beendet.
Verantwortungsvolle, mutige zivile Personen hatten dieses durch die Herstellung von persönlichen Kontakten zu Truppenführern der Roten Armee ermöglicht.

Zur detaillierten Analyse der Umstände der kampflosen Einnahme Güstrows durch die Rote Armee und der großen Anzahl von ca. 500 Selbsttötungen erteilte die Stadtvertretung um 2017 einen Forschungsauftrag an Historiker der Universität Rostock.  
Die Forschungen durch die Universität sind abgeschlossen und werden den Güstrowern im Sommer 2020 zur Kenntnis gelangen.