1945:

Am 03.05.1945 nahmen sich Bernhard A. Böhmer und seine zweite Ehefrau Hella (geb. Otte) aus Angst vor den Ereignissen zum Kriegsende das Leben. Der damals 12-jährige Sohn Peter überlebte die Tragödie, weil ihm noch rechtzeitig Hilfe geleistet werden konnte. (51) Als Vormund und Verwalterin des Böhmer-Erbes wurde seine Tante Wilma Zelck (geb. Otte), die Schwester seiner Mutter, bestimmt. In einem Artikel in der Täglichen Rundschau vom 04.11.1945 schreibt Kleinschmidt: „Wir haben keine sichere Kunde, daß er wirklich eingeschmolzen ist. Es geht das Gerücht, daß er in die Schweiz verschoben wurde, um von da aus nach Amerika verkauft zu werden…“.(33)

Während des Krieges war der im geheimen bei Noack angefertigte Sicherungsguss nach dem originalen Werkmodell Barlachs in einer Kiste verpackt, zusammen mit einer zweiten Kiste, in der sich der von Böhmer aus Beständen des Propagandaministerium erworbene dreigeteilte Kieler Geistkämpfer befand, unter der Bezeichnung „Bildhauergut“, per Bahn nach Schnega in die Lüneburger Heide gelangt. Von der Bahnstation wurde Körtzinger benachrichtigt und holte die Sendungen persönlich von dort mit zwei Pferdegespannen des ihm benachbarten Gutes ab. Danach verbarg er die Kisten auf seinem Gehöft.
 „Die Kisten wurden teils auf dem Hof, teils in einem zur Straße offenen Schuppen gestellt.“ (45)
Da sowohl der Sicherungsguss des „Schwebenden“ als auch der laut Kaufvertrag vom 07.12.1940 (65) von Böhmer erworbene Kieler Geistkämpfer gemeinsam in Schnega auf der Bahnstation ankamen, könnten beide Kisten auch zum gleichen Zeitpunkt an gleicher Stelle von Böhmer(!) aufgeliefert worden sein. Folglich hätte Böhmer den Sicherungsguss des „Schwebenden“, der zwischen Anfang 1939 und Ende 1940 fertiggestellt worden war, längstens etwa zwei Jahre in seinem Besitz anderenorts zwischengelagert. Beide Werke kamen dann mutmaßlich Anfang 1941 als „Bildhauergut“ gleichzeitig zum Versand.
 

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/feiertag/932216 Antje Löhr-Sieberg: "Dieser Zweitguss landete dann schließlich in Schnega, das ist ein kleiner Ort im Wendland in der Lüneburger Heide. Dort wurde er von Herrn Körtzinger höchstpersönlich vom Bahnhof abgeholt. Mitgeliefert wurde der „Geistkämpfer" aus Kiel. Und Herr Körtzinger ließ diese zwei Plastiken in der Verpackung, d. h. in den Kisten, und stellte sie in einem offenen Schuppen ab. Und dort haben sie den ganzen Krieg überdauert. Bis, wie Körtzinger sagt, die Sieger kamen und ein Schutzschild an die Scheune hefteten, so dass nun nichts mehr zu befürchten war.") (50)