1952:

In Köln sorgte Museumsdirektor Reidemeister nun dafür, dass der Zweitguss des „Schwebenden“ am 26.01.1952 offiziell durch die evangelischen Gemeinden der Synode Köln übernommen und vorübergehend im Kunstmuseum in der Eigelsteintorburg untergebracht wurde. Zur Wiedereinweihung der Kölner Antoniterkirche in der Schildergasse am 15.05.1952 erhielt er einen sakralen Platz und ebenfalls die Weihe. Unterhalb des Engels befindet sich eine rechteckige Steinplatte mit den Daten der Weltkriege 1914 -1918, 1939 -1945. (1995 wurde eine pultförmige Holocaust-Stele des Bildhauers Dieter Boers vor dem Denkmal aufgestellt.) Erst am 14.03.1952, also Monate nach der Barlachausstellung in Berlin, hatte Harmsen den bronzenen Drittguss bei Noack persönlich für das Barlach-Gremium übernommen. Harmsen hatte mit Brief vom 19.03.1952 die Bedingungen des Barlach-Gremiums, unter welchen dieser Drittguss an die Domgemeinde Güstrow übergeben werden würde, wie folgt formuliert:
- der Schwebende eine sollte eine Leihgabe des Barlach-Gremiums bleiben,
- der Schwebende durfte nur in der Obhut des Doms verbleiben und - eine Ortsveränderung könnte nur mit Genehmigung des Barlach-Gremiums erfolgen. Die geforderte Beschlussfassung des Kirchgemeinderates wurde mit den Schreiben von Siegert an Harmsen vom 25.03.1952 und 15.04.1952bestätigt.(55)
Auf Bitten der Domgemeinde zu Güstrow und durch den Beschluss des Barlach-Gremiums (66) kam der neue „Schwebende“ am 04.06.1952 als Leihgabe des Barlach-Gremiums unter entscheidender Mitwirkung des Kölner Superintendenten Enke und des Beauftragten des Barlach-Gremiums und Vorsitzenden der Barlachgesellschaft Harmsen nach Güstrow.

„Friedrich Schult, der den Transport an seinen Bestimmungsort begleitet hat, kann im Juni 1952 an Freunde Barlachs telegrafieren: „… seit dem04.06.1952 nachmittags um halb sechs Uhr ist der Engel wieder in der Hut des Domes (oder dieser in der Hut des Engels)…“.(58)